Tour de Fear – Infos

48 Jugendliche mit und ohne Fluchthintergrund aus Jenfeld
haben sich haben sich mit dem Thema Angst und ihrer Überwindung auseinandergesetzt. 

Die Schauspieler*innen zeigen in einem szenischen Rundgang auf 6 Stationen ihre Texte, Szenen, Tänze und Songs. Ihre Bühne ist der nächtliche Jenfelder Moorpark. Das Publikum wird von 5 Guides durch das Stück geführt. 

Inhalt:
Fragen waren unter anderem: Wovor haben wir Angst? Was ist Angst überhaupt? Adrenalin, ein Rausch? Wo kommt die Angst eigentlich her? Kann Angst krank machen? Was ist unheimlich? Wann bringt Angst eigentlich Spaß? 

Die 6 Spielorte:

Von der Angst anzukommen. (Station: Unter den Ahornbäumen)
Ich konnte 4 Jahre nicht zur Schule gehen, weil Krieg ist… Ich habe einen Freund verloren, weil Krieg ist…Bei meinem Vater musste ein Bein amputiert werden, weil Krieg ist… Ich habe viele schlimme Dinge gesehen, weil Krieg ist… Ich musste heimlich nachts in der Wüste über die Grenze, weil Krieg ist… Ich werde als Flüchtling beschimpft, weil Krieg ist…
Ich will Fußball spielen, beatboxen, mit Freunden chillen, Youtube gucken….weil ich ein ganz normaler Jugendlicher bin. Zwei Schauspielerinnen erzählen stellvertretend für Jugendliche, wie sie den Krieg und die Flucht erlebt haben und wie sie sich bemühen, in einer anderen Kultur heimisch zu werden.

Betriebsstörung: Angst (Station: Reifenschaukel)
„Ich gehe in einen Raum und habe Angst. Ist es meine Angststörung? Meine Angst vor meiner Angststörung? Oder meine Angst vor deiner Angst vor meiner Angststörung?“ Passe ich in diese Gesellschaft? Bin ich gut genug? Was, wenn ich nicht nützlich bin für die Gesellschaft? Alle Blicke sind auf mich gerichtet – ertrage ich diese dauerhafte „Observation“? Kann ich mich von dieser erdrückenden Last befreien? Die Auswüchse der Hochleistungsgesellschaft führen immer öfter zu Angststörungen, zu existenziellen Nöten und Ängsten bis hin zu Depressionen und Suizidgedanken – gerade bei jungen Menschen, auf der Suche nach dem eigenen Platz in dieser Welt. 

Ouija – es ist doch nur ein Spiel. (Station Klettergerüst)
„Creepy“ sein muss geprobt werden. Was muss ich tun, damit ich irgendwie unheimlich wirke? Haare oder spitze Gegenstände sammeln? Lieb schauen und dabei ein blutiges Messer in der Hand halten? Mit den Augen rollen, wie Samara über den Boden kriechen, mit Puppen sprechen oder ein anderes „unübliches“ Verhalten an den Tag legen? Was ist überhaupt „normal?“ Und warum machen mir manche Leute Angst? 
Vor was habe ich eigentlich Angst? Vor der Dunkelheit, Clowns, Geistern? Vor dem Ouija-Board mit dem man mit Geistern in Kontakt treten kann? Das ist doch alles Quatsch, Panikmache, Spiritismus, wissenschaftlich nicht bewiesen – nur ein Spiel, oder?

„Und nun?“ (Station: Pavillon) Der Eine flieht vor Krieg, Verfolgung oder lebensbedrohender Armut. Die Andere hat Angst vor denen, die da kommen, vor dem Fremden. Der eine hat Angst, ausgegrenzt und diskriminiert zu werden. Die andere hat Angst vor „importierter Gewalt und Kriminalität“. Beide haben Angst vor Arbeitslosigkeit, vor neuen Herausforderungen, vor Einschränkung persönlicher Freiheiten. Die Angst ist ein zermürbender Kreislauf – um daraus auszubrechen braucht es Veränderung. Aber: „Veränderung braucht Optimismus und einen langen Atem. Und die Bereitschaft zum Streit. Niemand hat gesagt, die Gesellschaft der Vielheit sei eine gemütliche Angelegenheit.“ (Mark Terkessidis)

Puppets & Tea (Station: kleiner Spielplatz)
Sie haben immer ein Lächeln auf den Lippen und wunderschöne, große Kulleraugen. Sie tragen zauberhafte Kleider und haben immer Zeit zum Spielen. Du kannst sie füttern, mit ihnen Tee trinken, ihnen die Arme verrenken, sie anschreien oder sie in die Ecke werfen – deine Puppen haben dich immer lieb, oder? Sie sind so hübsch und niedlich und sie… sehen so echt aus. Sie sitzen still da, aber sie könnten jeden Moment aufstehen und auf dich zugehen…Haben sie gerade geblinzelt?

body percussion  – Die Angst kann nach Hause gehen! 
(Station: Fußballfeld)
Let’s feel the beat – gemeinsame body-percussion mit allen zum Abschluss.

Weitere Vorstellungen: 
Tour de fear (vol.2)–
Dienstag, 28. Mai in der Otto-Hahn-Schule
Tour de fear (vol.3)– 
Donnerstag, 20.6.2019 Jenfeld-Haus

Leitung: Andrea Gritzke, Gundula Runge, Julia Teicher, Sarah Lasaki, Sandra Munder.